Ich glänze beim Frisör gerne durch ausgezeichnete Mitarbeit in Sachen Kopfbewegung und empfehle mich so für weitere Besuche als angenehmer Kunde. Das bedeutet, kurz bevor des Haarschneiders Hand meinen Kopf berührt, um ihn in die richtige Richtung für den nächsten Schnitt zu richten, bewege ich selbigen schon vorher in die angedeutete Richtung und sorge so für Erstaunen. Das beobachte ich gerne im Spiegel.

Im Spiegel beobachtet man auch sich selbst gerne und gerade beim Haareschneiden hat man auch nicht viele Optionen – Frauenzeitschriften lese ich nich so gerne. Zwischendurch fällt mir beim Beobachten manchmal auf wie doof ich gerade aussehe. Wenn zum Beispiel nur oben, oder nur die Seiten oder nur eine Hälfte des Schädels beackert sind erschrecke ich häufig, weil ich mir das Endresultat nicht vorstellen kann und werde vor Schreck auch manchmal rot. Meistens geht es aber trotzdem gut.

Aber zurück zu meiner erstklassigen Mitarbeit, denn da besteht nur ein Problem: Beim Frisör träume ich gerne vor mich hin. Besonders extrem beim letzten Besuch. Ich hab jede Bewegung verpasst und musste mich zurechtschubsen lassen. Einmal in Position gekommen war ich schon wieder weg. Als der Nacken dran war, war ich besonders tief in einem Tagtraum versunken und habe um mich herum nichts mehr mitbekommen. Nur ein bestimmtes Aufrichten mit fester Hand schuf Abhilfe.

Zum Abschluss hatte ich auch noch die Preiserhöhung im Januar verpasst und musste 50 Cent schuldig bleiben. Danke an dieser Stelle an den Schneider, der umsichtig war und mich den Restbetrag nicht abarbeiten ließ. Tief versunken habe ich über meine nächste Text nachgedacht, aber eingefallen ist mir auf dem Stuhl nichts.

Am Besten soll man ja unter der Dusche nachdenken können, weil der Sauerstoff besser das Gehirn durchströmen kann. Auf der anderen Seite zerstört zu häufiges Duschen die Schutzschicht der Haut. Es gilt also den idealen Kompromiss zwischen Genialität und Körperhygiene zu finden, ohne das ein oder andere zu vernachlässigen. Seit dieser Erkenntnis gehe ich nur noch Duschen, wenn ich direkt im Anschluss etwas schreiben muss.

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