Die ‚Biernominierung‘ ist auf dem Vormarsch. Hier eine kurze Erklärung für nicht Eingeweihte: Man filmt sich dabei, wie man einen halben Liter Bier in einem Zug austrinkt, stellt das Video ins Internet und nominiert drei Freunde, dieses Experiment nachzuahmen. Sollte einer der Nominierten das Bier nicht trinken wollen, muss er dem Nominierer einen Kasten Bier als Strafe bereitstellen. Eine Win-Win-Situation also: Entweder man stellt seine Potenz zur Schau oder bekommt einen Kasten Bier.

Aber wenigstens hat man als Nominierter noch eine Auswahl: Sich im Internet zum Affen machen, oder grundlos einen Kasten Bier verschenken. Wenn jemand auf mich zukommt und vor die Wahl stellt ihm mein ganzes Geld zu geben oder von einer Brücke zu springen, dann sage ich doch nicht „Oh, dann nimm lieber mein Geld.“ Sondern ich denke mit und sage „Genau – wie wäre es mit Antwort C: Ich ignoriere dich einfach und mach nicht jeden Scheiß, den mir jemand im Internet schreibt.“

Auf Schwachsinn springt die Jugend schnell an und wenn dieser Schwachsinn dann auch noch einen Kreis von Auserwählten erzeugt, dann stellt man sich die Frage nach dem Mitmachen gar nicht. Man wird Teil einer Gruppe von hippen Spaßmachern und steht klar über den Ablehnern, den Langweilern, also den Bierverweigerern.

Da sitzen nun also jeden Tag etliche Jugendliche, gerne auch in blödsinnigen Kostümen vor der Kamera und drehen ihr Bewerbungsvideo für das restliche Leben. Besondere Fähigkeiten: Einen halben Liter Bier exen. Ich bin Genusstrinker und trinke Bier lieber entspannt. Filmen muss ich mich dabei nicht. Ich filme mich ja auch nicht auf dem Klo oder bei anderen normalen Tätigkeiten.

Direkt nach Beendigung dieses Artikel werde ich einen Brief aufsetzen, circa 2000 mal ausdrucken und anschließend wahllos verteilen, in dem ich vom Empfänger fordere entweder morgen nackt auf Arbeit zu gehen oder mir sein Erstgeborenes zu opfern.

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