Wie dunkel ist die Untergrundszene in Löbau wirklich? Vor wem muss ich mich nachts auf den Straßen in Acht nehmen? Und wofür stehen die Gruppierungen eigentlich, deren Namen an alle Wände und Mauern der Stadt geschmiert sind? Ich versuche Ihnen heute einen kleinen Überblick über die wichtigsten Banden in Löbau zu geben und kann schon einmal voranstellen: Die Zustände sind erschreckend!

ANTIANIFA
Antifa, Anti-Antifa? In Löbau werden erst einmal kleine Brötchen gebacken und so hat sich eine Gruppierung geformt, welche ihre Bestrebungen seltsamerweise gegen die kleine österreichische Gemeinde Anif in Salzburg richtet. Dem Namen wurde um einen Gleichklang zu erzeugen entsprechend noch ein -a hinten angefügt. Warum gerade dieses beschauliche Dörfchen Ziel des Hasses der Anti-Anifa ist, bleibt fraglich. Wahrscheinlich sind die vielen Grünflächen der Bauern das Objekt der Begierde für eine Rückkehr zur Natur. Die strategisch günstig Lage oder wirtschaftliche Aussicht ist es jedenfalls nicht. Lediglich die Unterzeile „Wir kriegen euch alle“ kann man sagen: Bei knapp 4000 Einwohnern das definitiv machbar.

Fuck_Police
Künstlerisch anspruchsvoll gestaltet kommt das Logo der „Fuck Police“ daher – für Rechtschaffenheit und Ordnung in heimischen Gemächern. Thematisch ausgerichtet nach dem Prinzip, dass auch Geschlechtsverkehr Vorschriften unterliegen soll, überwacht diese polizeiähnliche Institution die Einhaltung der sexuellen Grundregeln. Der zweite Namensteil ist gleichzeitig eine Hommage an die gleichnamige Rockband aus England. Sollte die Fuck Police eingreifen müssen, wird als Auftrittsmusik aus dem mitgebrachten tragbaren Kassettenradio „De Do Do Do De Da Da Da“ abgespielt. Das Wörtchen „the“ von „The Police“ musste aus Platzgründen und natürlich wegen des Sinnzusammenhanges ausgelassen werden: Fuck the Police wäre ja auch eine Frechheit, denn das riefe ja zu sexuellen Akten mit Gesetzeshütern auf.

Baddest_Boy
Noch nicht richtig den Kinderschuhen entwachsen ist die Gruppierung „Baddest Boy“. Das bisher einzige aktive Mitglied war also bei der Anmeldung gezwungen den Singular zu wählen, mit der Option auf Änderung im Falle von Zuwachs. Das dargestellte Sprühbild ist bisher auch das einzige Werk im Ballungsraum – wahrscheinlich verwendet er gerade seine ganze Energie um die nächste Riesenaktion zu planen. Bei Schneefall Splitt auf vereiste Flächen werfen, zum Beispiel. Da muss also noch was kommen außer Sprühfarbe von OBI, wenn die Gruppe über die Mitgliederzahl eins hinauswachsen soll. Vielleicht mal Altpapier in die gelbe Tonne werfen. Hilfe! Allerdings müsste bei weiteren Anhängern der Name entsprechend geändert werden, je nach Anzahl und Geschlecht der neuen Freunde. Zum Beispiel „Baddest Boys, baddest girls and baddest I-can-be-what-I-want-to-be“.

ATZEN_PARTY
Eine Festivität von Anhängern der Sprechsänger „Die Atzen“? Mitnichten! Es handelt sich um einen Partei (englisch: Party) deren Name eine clevere Abkürzung für „Artisten, Tierdresseure und Zauberer entgegen der Normalität“ ist. Eine Einordnung auf die politische linke oder rechte Seite fällt schwierig, denn der Forderungskatalog besteht vor allem aus Ideen wie der Alltag durch kleine Kunststücke für alle erträglicher und erfreulicher gestaltet werden kann. Mit regelmäßigen Tierparaden durch die Löbauer Innenstadt. Ein Politik-Zirkus, wenn man so will. Durch die Hilfe der Wähler kann diese Partei an die Macht gebracht werden, die einfach nur für Spaß im tristen Alltag sorgen will. Ein Bürgermeister, der angezogen ist wie ein Clown – wer will das nicht sehen? Und wenn er dann auch noch Ballontiere basteln kann, dann ist allen geholfen.

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