Wer KI für die Unterrichtsvorbereitung nutzt, beginnt meistens mit einer Frage ins Leere: „Erkläre mir das Thema X.“ Das Ergebnis ist generisch, kontextlos und oft didaktisch nicht anschlussfähig.

Der Unterschied liegt nicht im Tool. Er liegt darin, was man mitbringt – und wie man fragt.

Dieser Artikel zeigt, wie Perplexity in der Phase der didaktischen Analyse (ADDIE) funktioniert: nicht als Suchmaschine, sondern als strukturierender Recherchepartner, der aus vorhandenem Material konkrete Produkte für die Lehre entwickeln kann.


Was Perplexity in diesem Workflow übernimmt

Perplexity ist in diesem Workflow der Analyse-Unterstützer: Es macht Muster sichtbar, strukturiert vorhandenes Wissen neu und ergänzt es durch aktuelle, quellengestützte Informationen. Die didaktische Entscheidung – was relevant ist, was weggelassen wird, was vertieft werden soll – bleibt beim Menschen.

Im Kurs „Kultur im Dreiländereck“ bedeutet das konkret: Für jeden Themenkomplex des Semesters liefert Perplexity drei fertige Produkte, die direkt in den weiteren Workflow übergeben werden können.


Die Vorbereitung: Was hochgeladen wird

Bevor der Prompt gesetzt wird, werden in Perplexity die relevanten Quellen für den jeweiligen Themenkomplex hochgeladen:

  • Der Semesterablaufplan mit der Zuordnung der Themen zu den Kurswochen – als Kontext für die zeitliche und inhaltliche Einordnung
  • Die vorhandenen Präsentationen aus vergangenen Semestern zum jeweiligen Thema – als inhaltliche Ausgangsbasis
  • Weiterführende Quellen, die bereits bekannt sind und einbezogen werden sollen

Diese Materialien sind keine festen Vorgaben, sondern Ausgangspunkte. Der Prompt macht das explizit – Perplexity soll ergänzen, überarbeiten oder ersetzen, wenn die eigene Recherche bessere oder aktuellere Inhalte liefert.


Der Prompt

Der folgende Prompt ist so formuliert, dass er auf andere Fächer, Zielgruppen und Themenkomplexe übertragen werden kann. Die markierten Felder sind die Stellschrauben, die je nach Kontext angepasst werden:

[Bezeichnung des Themenkomplexes / Kurswoche] – [Thementitel]

Die folgenden Inhalte sind Ausgangspunkte, keine festen Vorgaben – ergänze, überarbeite oder ersetze sie, wenn deine Recherche bessere oder aktuellere Inhalte liefert.

Zielgruppe sind Studierende des Studienganges „[Studiengangsbezeichnung]“** im [Fachsemester] der [Institution].

Erstelle mir aus den vorhandenen Quellen folgende Produkte:

  1. Eine Struktur für eine Präsentation zum Thema, die einen Überblick über das Themengebiet gibt.
  2.  Ein Skript für ein [X–Y]-minütiges Erklärvideo als Selbstlerneinheit für meine Studierenden.
  3.  Finde eine wissenschaftliche Quelle und eine regionale, aktuelle Quelle mit Bezug zu [Regionsangabe / Kontext], die das Thema untermauern und als PDF-Datei frei zugänglich sind (Open Access).
    Rahmenbedingung: Ziel ist ein Selbststudien-Paket mit max. 2 Stunden Lernzeit. Bei längeren Texten schränke die Lektüre auf relevante Kapitel ein, so dass der zu lesende Anteil pro Quelle max. 12 Seiten*nicht übersteigt.
  4.  Formuliere 3–5 Reflexionsfragen zum Thema, die Studierende zur kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten anregen.
  5. 5. Formuliere eine Studienaufgabe** für die Selbstlernphase: [Aufgabenformat angeben, z.B. Padlet-Eintrag, Portfolio-Reflexion, Kurzessay] zum Thema [Aufgabenfokus angeben].

TK 1.2 / KW 46 – Interkulturelle Politik im Grenzraum: Akteure, Institutionen und Spannungsfelder. Die folgenden Inhalte sind Ausgangspunkte, keine festen Vorgaben – ergänze, überarbeite oder ersetze sie, wenn deine Recherche bessere oder aktuellere Inhalte liefert. Ziel ist ein Selbststudien-Paket mit max. 2 Stunden Lernzeit. Zielgruppe sind Studierende des Studienganges „Interkulturelle Wirtschaftskommunikation“ im 6. Fachsemester der Hochschule Zittau/Görlitz.
Erstelle mir aus den vorhandenen Quellen und deiner Recherche folgende Produkte:
1. Eine Struktur für eine Präsentation zum Thema, die einen Überblick über das Themengebiet gibt.
2. Ein Skript für ein 5–7-minütiges Erklärvideo als Selbstlerneinheit für meine Studierenden.
3 Finde eine wissenschaftliche Quelle und eine regionale, aktuelle Quelle mit Bezug zum Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, die das Thema untermauern und als PDF-Datei frei zugänglich sind (Open Access). Suche Fachartikel oder Fachbücher, aber bei längeren Texten schränke die Lektüre auf relevante Kapitel ein, so dass der zu lesende Anteil pro Quelle max. 12 Seiten nicht übersteigt.
4. Formuliere 3–5 Reflexionsfragen zum Thema, die Studierende zur kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten anregen.
5. Formuliere eine Studienaufgabe für die Selbstlernphase: Eintrag in ein Padlet als Kulturatlas zum Thema Kultur im Dreiländereck.

Hier ist ein kompaktes Selbstlern-Paket für TK 1.2 / KW 46 zum Thema Interkulturelle Politik im Grenzraum: Akteure, Institutionen und Spannungsfelder im Format, das in die Selbststudienzeit von maximal 2 Stunden passt. Die regionale Grundlage liefert vor allem die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa sowie das IBZ St. Marienthal, das im Dreiländereck ausdrücklich als Ort politischer Bildung und Begegnung verankert ist.

1. Präsentationsstruktur
Titel: Interkulturelle Politik im Grenzraum: Akteure, Institutionen und Spannungsfelder
– Einstieg: Was bedeutet interkulturelle Politik im Grenzraum? Kurze Definition, Abgrenzung zu allgemeiner Kulturpolitik und Hinweis auf den besonderen Kontext des Dreiländerecks Deutschland–Polen–Tschechien.
– Warum ist der Grenzraum politisch besonders? Grenzräume sind zugleich Kontaktzonen und Reibungsräume. Unterschiedliche Rechtsordnungen, Sprachen, Erinnerungskulturen und Förderlogiken treffen hier unmittelbar aufeinander.
– Zentrale Akteure und Institutionen: Euroregion Neisse, Kommunen, Landkreise, Regionalverwaltungen, Kultur- und Bildungsorte, zivilgesellschaftliche Träger sowie das IBZ St. Marienthal als Bildungs- und Begegnungsinstitution.
– Handlungsfelder interkultureller Politik: Sprache und Verständigung, Mobilität, Bildung, Kulturprojekte, Erinnerungsarbeit, Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, grenzüberschreitende Förderprogramme.
– Spannungsfelder: Wer entscheidet? Wer profitiert? Wo entstehen Ausschlüsse? Themen wie institutionelle Ungleichgewichte, finanzielle Abhängigkeiten, unterschiedliche Erwartungen an „Zusammenarbeit“ und ungleiche Zugänge zu Kultur und Bildung.
– Fallbezug Dreiländereck: Euroregion Neisse-Nisa-Nysa als Koordinationsrahmen; IBZ St. Marienthal als Ort für politische Jugend- und Erwachsenenbildung; regionale Projekte als Praxisbeispiele.
– Fazit: Interkulturelle Politik ist im Grenzraum keine Zusatzaufgabe, sondern eine Voraussetzung für Verständigung, Teilhabe und nachhaltige Kooperation.

2. Skript fürs Erklärvideo
Einstiegsfrage: Was passiert, wenn drei Länder, mehrere Sprachen und unterschiedliche politische Systeme im Alltag direkt aufeinandertreffen?

Im Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien ist interkulturelle Politik mehr als ein Schlagwort. Sie beschreibt, wie Institutionen, Kommunen, Bildungsorte und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenarbeiten, damit grenzüberschreitendes Leben überhaupt funktionieren kann. Dazu gehören Verständigung, Kulturarbeit, Mobilität, Bildungsangebote und die Frage, wer an Entscheidungen beteiligt wird.

Ein wichtiger Akteur ist die Euroregion Neisse-Nisa-Nysa. In ihren strategischen Handlungsempfehlungen 2021–2027 wird deutlich, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht nur gewünscht, sondern systematisch organisiert werden soll. Genannt werden unter anderem Kultur, Bildung und Wissen als eigener Prioritätsbereich sowie die Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit als eigenes Handlungsfeld. Das zeigt: Kulturpolitik im Grenzraum ist immer auch Infrastrukturpolitik, Netzwerkpolitik und Zukunftspolitik.

Ein zweiter wichtiger Ort ist das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal. Es liegt direkt im Dreiländereck und versteht sich als Bildungs- und Begegnungsort für politische Bildung, Jugendbildung und grenzüberschreitende Themen. Dort wird sichtbar, wie interkulturelle Politik ganz praktisch wird: durch Seminare, Austausch, Exkursionen und Gespräche mit regionalen Akteuren.

Spannend ist aber auch die Konfliktseite. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit klingt oft einfach, ist in der Praxis aber von unterschiedlichen Rechtslagen, Sprachbarrieren, Förderlogiken und Interessen geprägt. Nicht alle Gruppen profitieren gleich stark. Deshalb muss man immer fragen: Wer organisiert Begegnung, wer finanziert sie, und wer bleibt vielleicht außen vor?

Für die nächste Lektüre ist wichtig: Interkulturelle Politik im Grenzraum ist kein abstraktes Konzept. Sie wird erst durch konkrete Institutionen, Programme und Menschen sichtbar. Genau dort lohnt sich der Blick in die regionale Praxis und in die Strategiepapiere der Euroregion.

3. Quellen
| Quelle | Typ | Warum geeignet | Empfohlener Abschnitt | Umfang |

Euroregion Neisse-Nisa-Nysa: Strategische Handlungsempfehlungen 2021–2027 | Regionale Quelle, Open Access PDF | Beschreibt die offiziellen Prioritäten und Handlungsfelder der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit | Kapitel 4.2 und 5, bes. „E. Kultur, Sport, Bildung und Wissen“ sowie „F. Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“ | ca. 8–12 Seiten |

| IBZ St. Marienthal: Jugendliche und Schulklassen im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal | Regionale Quelle, Open Access PDF | Präsentiert das IBZ als Bildungs- und Begegnungsort mit konkreten Angeboten zu Demokratie, Europa und D-PL-CZ | Kapitel „Deutschland und Dreiländereck“ sowie Hausbeschreibung | ca. 6–8 Seiten |

Hinweis zur wissenschaftlichen Quelle: Für das Thema ist die Euroregion-Strategie inhaltlich sehr stark, aber als strategisches Dokument eher eine Praxis- und Policy-Quelle. Als wissenschaftlich fundierte Ergänzung eignet sich ein theoriebezogener Text zu Grenzräumen, Inter- und Transkulturalität. Perplexity empfiehlt, hierfür im nächsten Schritt gezielt einen verifizierten Open-Access-Fachartikel zu recherchieren.

4. Reflexionsfragen
1. Welche Akteure prägen interkulturelle Politik im Dreiländereck, und welche Interessen vertreten sie?
2. Worin besteht der Unterschied zwischen symbolischer Begegnung und tatsächlich wirksamer grenzüberschreitender Zusammenarbeit?
3. Welche Spannungsfelder entstehen, wenn drei nationale Perspektiven auf Kultur, Teilhabe und Erinnerung zusammentreffen?
4. Wer profitiert von den vorhandenen Institutionen und Förderstrukturen, und wer hat schwereren Zugang?
5. Kann interkulturelle Politik im Grenzraum eher verbinden oder auch neue Grenzen sichtbar machen?

5. Studienaufgabe fürs Padlet
Aufgabe: Kulturatlas-Eintrag „Interkulturelle Politik im Dreiländereck“
Recherchiert eine Institution, ein Netzwerk oder ein konkretes grenzüberschreitendes Projekt aus dem Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien, das zur interkulturellen Politik beiträgt. Euer Padlet-Eintrag soll kurz und klar zeigen, wer handelt, was gemacht wird und warum das für die Region wichtig ist.

Pflichtbestandteile: Name der Institution oder des Projekts • Ort und Zuständigkeitsraum • Aufgaben und Zielgruppen • Ein konkretes Beispiel für eine Maßnahme oder ein Angebot • Eine kurze Einschätzung zu einem sichtbaren Spannungsfeld (z.B. Sprache, Zugang, Finanzierung) • Eine korrekt angegebene Quelle mit Link.

Leitfrage: Wie trägt diese Institution oder dieses Projekt dazu bei, Begegnung und Zusammenarbeit im Dreiländereck zu ermöglichen?

Was der Output liefert – und was nicht

Perplexity gibt für jeden Themenkomplex zurück:

  • Eine Präsentationsstruktur mit Gliederung, Hauptpunkten und Unterkapiteln – direkt als Grundlage für Gamma.app verwendbar
  • Ein Skript in der gewünschten Länge, das den Inhalt in einer für Studierende zugänglichen Sprache aufbereitet – direkt als Basis für NotebookLM verwendbar
  • Zwei Quellenvorschläge: eine wissenschaftliche und eine mit regionalem Bezug, beide Open Access

Was Perplexity nicht übernimmt: die didaktische Entscheidung, ob die Struktur zur Lerngruppe passt, ob das Skript den richtigen Ton trifft und ob die Quellen tatsächlich das leisten, was sie versprechen. Das bleibt in menschlicher Hand und das ist der Punkt. Eventuelle Nacharbeiten oder Quellenprüfungen (sowohl zur Eignung, als auch zur Verfügbarkeit) müssen trotzdem noch durchgeführt werden.


Warum der Regionalbezug entscheidend ist

Der Prompt verlangt explizit eine regionale, aktuelle Quelle. Das ist keine Nebenbedingung, sondern ein didaktisches Prinzip: Studierende im Grenzraum Deutschland-Polen-Tschechien lernen nicht abstrakt über interkulturelle Kommunikation – sie lernen über ihren Kontext, ihre Region, ihre möglichen Arbeitgeber und Partner.

Dieser Anker im Prompt stellt sicher, dass KI nicht ins Allgemeine abdriftet, sondern das liefert, was für diese Gruppe relevant ist.


Nächster Schritt im Workflow

Die Outputs aus Perplexity gehen direkt in zwei Richtungen weiter:

  • Die PräsentationsstrukturGamma.app (Artikel 3)
  • Das Skript → NotebookLM (Artikel 4)

Claude kann mit diesem Ergebnis eine Quellenprüfung durchführen und die Eignung und Verfügbarkeit bewerten.