Der Stratege ist die zentrale menschliche Rolle in diesem Modell.
Er oder sie trägt die Verantwortung für Zielklärung, Kontext, Entscheidungen und Konsequenzen. KI wird nicht als Ersatz eingesetzt, sondern als Team, dessen Aufgaben bewusst vergeben, begrenzt und überprüft werden.
In dieser Rolle entscheidet der Mensch, wofür KI eingesetzt wird, wo sie entlasten darf und wo ihr Einsatz pädagogisch nicht sinnvoll ist. Der Stratege setzt die didaktischen und ethischen Leitplanken, innerhalb derer KI operiert, und bewertet die Ergebnisse im Hinblick auf Lernziele, Lernprozesse und Bildungsauftrag.
KI trifft keine pädagogischen Entscheidungen.
Der Mensch wertet die KI aus und entscheidet.
In dieser Rolle unterstützt KI bei der Strukturierung und Auswertung heterogener Informationen, etwa aus Umfragen, Selbsteinschätzungen, Texten oder Rückmeldungen. Sie hilft dabei, Muster im Vorwissen, in Lernpräferenzen oder Unsicherheiten sichtbar zu machen, die für einzelne Lehrende nur schwer erfassbar wären.
KI übernimmt hier keine pädagogische Diagnose und trifft keine Entscheidungen über Lernende. Die Interpretation der Ergebnisse, ihre Einordnung in den Lehrkontext und die daraus folgenden didaktischen Konsequenzen liegen vollständig beim Strategen.
KI erkennt Muster.
Der Mensch versteht Menschen.
Als Gestalter von Lernräumen entwickelt KI Vorschläge für mögliche Lernsettings, methodische Abfolgen und alternative Szenarien. Sie kann Variationen entwerfen, unterschiedliche Lernwege durchdenken und Optionen sichtbar machen, die als Grundlage für die weitere Planung dienen.
Diese Vorschläge sind Entwürfe, keine Entscheidungen. Der Stratege prüft sie im Hinblick auf Zielgruppe, Kontext und pädagogische Sinnhaftigkeit und verantwortet die finale Gestaltung des Lernraums.
KI entwirft Möglichkeiten.
Der Mensch gestaltet bewusst.
In dieser Rolle fungiert KI als Spiegel. Sie stellt Rückfragen, macht implizite Annahmen sichtbar und bietet alternative Perspektiven an, die helfen können, eigene Denk- und Entscheidungsroutinen zu hinterfragen.
KI ersetzt dabei weder Beziehung noch pädagogisches Urteil. Sie unterstützt Reflexion, ohne Bedeutung festzulegen. Welche Perspektiven relevant sind und wie sie pädagogisch einzuordnen sind, entscheidet der Stratege.
KI kann spiegeln.
Verantwortung bleibt menschlich.
Als kritischer Moderator unterstützt KI dabei, Denk- und Entstehungsprozesse offenzulegen. Sie kann helfen, Prompt-Entscheidungen zu dokumentieren, Argumentationslinien nachzuzeichnen und Ergebnisse bewusst zu hinterfragen, statt sie nur zu optimieren.
Diese Rolle dient der Entschleunigung und der Fokussierung auf Lernen als Prozess. Die Bewertung, Einordnung und Konsequenz dieser Reflexion liegen beim Menschen.
KI kann hinterfragen.
Der Mensch trägt die Konsequenzen.
Dieses Rollenmodell beschreibt kein neues Berufsbild und keine zusätzliche Belastung.
Es schafft Klarheit darüber,
wer entscheidet → der Mensch
wer unterstützt → die KI
wer Verantwortung trägt → immer der Mensch
Gute Lehre mit KI entsteht nicht durch Automatisierung, sondern durch bewusste Delegation unter menschlicher Führung.
In Artikeln, Workshops und Use Cases zeige ich, wie diese Rollen konkret eingesetzt werden können – stets mit klarer Trennung zwischen menschlicher Führungsentscheidung und delegierter KI-Unterstützung.
